Beginners Blog: Von Rennen zu Rennen!

Wie in den letzten Jahren wird es auch in diesem Jahr wieder einen Beginners Blog geben. Hier gibt es das Jahr über immer wieder Einträge, die einen Einblick geben, wie man ins Cyclocross-Game einsteigt – mit praktischen Tipps und kleinen Anleitungen, die vielleicht den Respekt etwas mindern und zeigen, wie viel Spaß Cyclocross macht.

Aber auch für erfahrene Crosser:innen lohnt es sich, den Blick zur Seite zu wenden, eine andere Perspektive einzunehmen und vielleicht neue Inspiration mitzunehmen.

Dieses Jahr starten wir mit Ben Hauck. Seinen Weg von neben der Strecke auf die Strecke könnt ihr hier lesen. In der ersten Ausgabe hat Ben von seinem Debüt in Baiersbronn berichtet. Jetzt folgt schonmal ein kleiner Rückblick auf die Saison!

Viel Spaß!

Reinkommen, lernen, wachsen – meine erste Cyclocross-Saison


Baiersbronn war der Anfang. Damals stand weniger das Ergebnis im Vordergrund als vielmehr das bloße Durchkommen. Vieles war neu: die Intensität, die Technik, der permanente Wechsel zwischen Fahren, Laufen und Tragen. Rückblickend war dieses erste Rennen jedoch mehr als nur ein Debüt – es war der Startpunkt einer Saison, die vor allem eines bedeutete: lernen.
Schon nach den ersten Rennen wurde klar, dass Cyclocross wenig verzeiht. Fehler zeigen sich sofort, Unsicherheit kostet Zeit und Kraft. Gleichzeitig belohnt diese Disziplin jeden Fortschritt unmittelbar. Genau das machte die folgenden Wochen so spannend: Jedes Rennen brachte neue Erfahrungen, neue Erkenntnisse – und kleine, aber spürbare Verbesserungen.
Technik: von Vorsicht zu Vertrauen

Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung in den technischen Passagen. Während ich in Baiersbronn viele Stellen noch sehr defensiv anging, wurde ich mit jedem Rennen sicherer. Kurven, die anfangs eher nach dem Prinzip Hoffnung funktionierten, ließen sich zunehmend kontrolliert anfahren. Die Linienwahl wurde bewusster, das Gefühl für den Untergrund besser.
Gerade in rutschigen Abfahrten und engen Kurven merkte ich, wie sich Routine einstellte. Wo zuvor noch der Gedanke „bloß nicht stürzen“ dominierte, kam mehr Ruhe ins Fahren. Die Bewegungen wurden flüssiger, das Vertrauen ins Material größer. Schwierige Passagen verloren ihren Schrecken – nicht, weil sie einfacher wurden, sondern weil ich lernte, mit ihnen umzugehen.
Auch Laufpassagen und Hindernisse fühlten sich zunehmend natürlicher an. Das Auf- und Absteigen ging schneller von der Hand, das Schultern des Rads wurde selbstverständlicher. Kleine technische Abläufe, die im Cyclocross viel Energie sparen, begannen sich zu automatisieren.

Kondition: lernen, sich einzuteilen
Neben der Technik entwickelte sich auch das Gefühl für die Belastung. In Baiersbronn war vieles noch ein Kampf gegen den eigenen Puls. Die hohe Intensität des Rennens, kombiniert mit fehlender Erfahrung, führte dazu, dass ich mich phasenweise schlicht überzog.
Mit jedem weiteren Start wurde das besser. Ich lernte, die Starts kontrollierter anzugehen und mich nicht von der Hektik mitreißen zu lassen. Statt früh zu explodieren, konnte ich das Tempo länger halten – und vor allem in den späteren Runden noch sauber fahren. Das machte sich nicht nur konditionell bemerkbar, sondern auch technisch: Wer weniger am Limit ist, fährt automatisch ruhiger.

Rennen im Rückblick
Baiersbronn war vor allem eines: anstrengend. Körperlich wie mental ein echter Härtetest. Herxheim stand dem in wenig nach – intensiv, technisch anspruchsvoll und erneut ein deutlicher Hinweis darauf, wie schmal der Grat zwischen Kontrolle und Chaos im Cyclocross sein kann.
In Heidelberg lief dann vieles bereits runder. Der schnelle Kurs kam mir entgegen, ich konnte mich stärker auf Rhythmus und Tempohalten konzentrieren. Linienwahl und Renneinteilung passten besser zusammen – ein spürbarer Schritt nach vorn.
Richtig gut fühlte sich schließlich Rheinzabern an. Dort fügte sich vieles zusammen: Technik, Kondition und Kopf. Die Strecke lag mir, ich war konstant im Rennen und konnte die Herausforderungen aktiv angehen. Platz 30 bedeutete am Ende sogar einen ersten Wertungspunkt für die Gesamtwertung – kein großes Ergebnis, aber ein kleines Highlight dieser ersten Saison.

Ausblick
Nun stehen mit Darmstadt und Mannheim noch zwei Rennen an. Wenn sie ähnlich verlaufen wie Rheinzabern, dann war diese erste Cyclocross-Saison ein voller Erfolg.
Unabhängig davon ist eines sicher: In der Saison 2026/27 werde ich wieder am Start stehen. Dann mit mehr gezieltem Techniktraining, etwas besserer Form – und ein paar Kilo weniger im Verhältnis zu den Watt.
Ich freu mich drauf.

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