Der Auftakt in diesem Jahr war ein ganz besonderer. Denn es ging nicht wie gewöhnlich in Baiersbronn los, sondern in Brumath in Frankreich. Im Rahmen des Brumath Bike Festivals fanden am Samstag regionale Cyclocross Rennen statt und die Ergebnisse zählten ebenso zur Gesamtwertung des 360° Materials Cyclocross Cups pb Wahoo. Die Resonanz war hervorragend. Aus Deutschland meldeten sich über 180 Sportler:innen an, ein tolles Meldeergebnis für dieses erste Experiment auf internationalem Boden. Dazu kamen weitere 250 französische Sportler:innen. Dies ergab eine spannende Mischung in allen Rennen.
Die Strecke hielt einige Herausforderungen bereit. Das größte und schwerste Hindernis war sicherlich die Passage am See, wo es mehrfach über den Strand und durch den Sand ging. Dies war aber nur das offensichtlichste Hindernis. Die Strecke bot kaum Zeit zur Erholung und dazu einige Höhenmeter und technische Abfahrten, also eine wirklich anspruchsvolle Runde.
Der Beginn war für Frankreich ein ungewöhnlicher, denn der französische Verband sieht in der Regel keine Hobby Rennen vor. Doch durch gute Absprache und Kompromissbereitschaft der Kommissäre konnten wir auch ein Hobby Rennen anbieten. Insgesamt ist es sehr positiv anzumerken, dass wir viele gemeinsame Regeln finden konnte, um dieses besondere Projekt auf die Beine zu stellen. Ebenso unkompliziert wurde die Startaufstellung gelöst. Hier wurden abwechselnd deutsche und französische Fahrer:innen aufgestellt, sodass niemand benachteiligt wurde.
Vieles war neu, aber das Ergebnis war bei den Masters Hobby Fahrern und den Hobby Damen ein altbekanntes. Bei den Masters Hobby Fahrern gewann Andreas Rath, der auch im letzten Jahr die Gesamtwertung gewinnen konnte. Mit ihm auf dem Podium standen Andreas Malangre (RSV Stelzenberg) und Michael Rademacher (Actionline). Bei den Damen ging der Sieg erneut an Julia Schwenk (RSV Heidelberg), die damit ihre Serie aus dem letzten Jahr fortsetzte und vor Larissa Gilg und Agnieszka Raczkowska das Ziel erreichte.
Bei den Hobby Fahrern unter 40 siegte mit Martin Rempp ein neuer Mann auf dem Podium gefolgt von zwei altbekannten mit Damian Braton (RRC Mannheim) und Daniel Sacan (mr20 Karlsruhe).
Ein paar französische Fahrer waren auch hier in der Ergebnisliste zu finden und wir freuen uns natürlich, wenn in Zukunft auch ein paar von ihnen die Hobby Klasse bereichern.

Für alle Rennen gilt natürlich, dass die Tageswertung der Gesamtwertung entspricht.
Auch in Brumath mussten die Masters-Sportler dann wieder früh ran. und es wurde richtig spannend. An der Spitze setzten sich Tobias Kurz (Radsport Rhein Neckar), Yohann Selvay (Guidon Bletteranois) und Alexis Ballester (AS Bike) ab und blieben das gesamte Rennen nah beieinander. Bei der letzten Passage der Hürden hatte Tobias einen kleinen Vorsprung erarbeitet und bog auch so auf die Zielgerade ein, verpasste aber ein wenig den Moment für den Sprint, sodass Yohann nochmal mit einem Sprint aufschließen konnte. Im Ziel waren es dann wenige Zentimeter, die Kurz ins Ziel brachte und sich einen weiteren Sieg in der Rennserie schnappte. Dritter wurde Alexis Ballester. Die ersten drei waren innerhalb von 10 Sekunden im Ziel.
Bei den Masters 3 und 4 erfolgte der Start gemeinsam. Schnellster im Ziel war Stephane Dumen vom Velo Sprint Eguisheim, bester Masters 4 Fahrer war Jean-Paul Rehm vom AC Bischwiller.
Nach einer kurzen Mittagspause hat sich auch der Nebel verzogen, die Sonne kam raus und es wurde ein schöner Herbsttag. Nun waren die U11 und die U13 an der Reihe, bei denen eine etwas verkürzte Strecke zum Einsatz kam.
In der U11 ging der Sieg an Leonard Dambacher vom MSC Mithras Schwarzerden vor Jona Kölders vom RSV Stelzenberg und Gabin Kempf (Trails Patrol). Bei den Mädchen fuhr Evi Langel (VC Morteau Montbenoit) im Gesamtrennen auf Platz drei und siegte damit in ihrer Klasse vor Margot Buhrel (VC Eckwersheim) und Lisa Klein (VC Eckwersheim).
In der U13 der Jungs blieb der Sieg im Zielsprint in Frankreich und ging an Younes Bessal (SSOL Habsheim) vor Levi Kölders (RSV Stelzenberg) und Toni Großrau (FBA Cycling Team). Bei den Mädchen siegte Karlotta Layer (RV Gomaringen) vor Leonie Klein (MJC Buhl) und Rosa Weiß (RV Gomaringen).
In beiden Rennen waren insgesamt 98 Sportler:innen am Start, eine richtig hohe Teilnehmer:innenzahl. Die Erfahrung mit so vielen Starter:innen auf der Strecke zu sein gibt es gerade für die jungen Sportler:innen nicht häufig.
Und auf der Strecke wurde es danach auch nicht leerer. Im Rennen der U15 Mädchen und Jungs waren es insgesamt 51 Teilnehmer:innen. Hier blieb das Podium der Jungs in blau, weiß und rot, allerdings nicht ganz so wie erwartet. Denn es siegte Sven Langel (VC Morteau Montbenoit). Auf den zweiten Rang kam Mathis Elsen ebenfalls im Sprint (CT Atertdaul) ins Ziel, er kommt aus Luxemburg. Dabei hat er Hugo Solnom (Montlucon Cyclisme) knapp geschlagen. Bester deutscher Fahrer war Jakob Weiß (RV Gomaringen) auf Rang 15.
Bei den Mädchen siegte Fantine Gadret (ES Arques) vor Karla Schweizer (RV Edelweiss Kandel) und Maelle Bonnard (BTC Saint Memmie).
Alle Rennen der U11, U13 und U15 zählen natürlich auch wieder zur NachwuchsTeam-Wertung.

Und nachdem es eben schon Spaß mit Flaggen gab, geht es hier weiter. Denn in der U17 der Jungs stand schwarz, rot und gold ganz oben. Allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus Belgien. Es siegte der amtierende belgische U17 Meister im Cyclocross Mats Becqué (Acrog-tormans). Er setzte sich früh ab und führte das Feld von 61 Sportlern von Beginn an an. Auf dem zweiten Rang kam Robin Tardy (Remiremont VTT) und auf den dritten Gianni Noel (AS LA Steigeoise). Auch hier war ein Sportler vom RV Gomaringen bester Deutscher, auf Platz 11 war es Falk Schneeweiß.
Danach folgte das Rennen der Frauen Elite, der Juniorinnen, der weiblichen U17 und der Masters Frauen. Alle vier Rennklassen gingen gemeinsam an den Start. In der ersten Runde lag noch Justine le Bras (VC Elancourt) an der Spitze, doch dann übernahmen Theresia Schwenk (RSV Heidelberg), Louison Ohl (VC Eckwersheim) und Lucile Bruyere Joumard (AS Fontaine) die Führung und setzten sich zu dritt ab. Zur Rennhälfte gelang es Lucile dann sich auch von Schwenk abzusetzen, nachdem Ohl bereits zurückgefallen war. Sie konnte danach den Vorsprung konstant bei etwa zehn Sekunden halten und am Ende 26 Sekunden ins Ziel bringen. Damit gewann Lucile Bruyere Joumard nicht nur das Gesamtrennen, sondern vor allem die U17 Wertung vor Ohl, die insgesamt auf drei ins Ziel kam. Zwischen den beiden war es Theresia Schwenk, die die Damen Klasse gewinnen konnte vor Diana Steffenhagen (Radsport Nagel Racing Team) und Justine le Bras. Dritte Jugendfahrerin wurde Maeva Prata (VC COMMUNAUTAIRE HETTANGE).
Bei den Masters Fahrerinnen siegte Dana Wagner (TV Bad Orb) vor Inge Hund (RSG Offenburg-Fessenbach). Bei den Juniorinnen siegte Madline Gass (VTT Fun Club).
Dann war es Zeit für die Junioren gemeinsam mit den Elite Sportlern. Insgesamt 65 Teilnehmer bildeten den Abschluss des Tages. An der Spitze machten drei Franzosen das Rennen: Jules Marchand (CC ETUPES LE DOUBS PAYS DE MONTBELIARD), Victor Thomas (AC Erstein) und Caliste Chainel (Club Cycliste). Jules musste schnell abreißen lassen, sodass es nur Caliste und Victor an der Spitze waren, die den Sieg untereinander ausmachten. Hier blieb es lange eng und es gab besonders am Strand einige Überholmanöver, doch gegen Rennende war es Caliste, der den längeren Atem hatte und sich zwei Runden vor Schluss absetzte und den Sieg holte. Die beiden anderen kamen dahinter ins Ziel.
Bester deutscher war Elias Ray (VC Darmstadt), der stark kämpfte und am Ende Zehnter wurde.

So verlief also der Auftakt in die sechste Cyclocross Cup Saison oder wie es nun in Frankreich heißt „Le Challenge allemand“. Insgesamt ein sehr erfolgreicher Renntag, der für viele Sportler:innen absolut neue Erfahrungen brachte und sicherlich lange und gut in Erinnerung bleiben wird. Noch einmal geht ein großer Dank an alle, die diesen Renntag möglich gemacht haben. Besonders an Nils Bräutigam, der die Kommunikation mit den französischen Kommisär:innen übernommen hat und viele „Fallstricke“ früh erkannt und gelöst hat und an Alexis Diederle, dessen Idee es war und der auch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten musste.
Wir wollen auf jeden Fall für das nächste Jahr ein paar Anpassungen vornehmen, um den enormen Starter:innenzahlen gerecht zu werden und freuen uns auch auf Feedback von euch, gerne hier in den Kommentaren oder per Mail.
Mit der Rennserie geht es bereits am 18.10. weiter. Dann wieder auf gewohntem Terrain in Baiersbronn. Die Meldung ist noch bis Sonntag geöffnet.

Vielen Dank für die Erweiterung der Serie um dieses geile Rennen! Bitte in 2027 unbedingt beibehalten!
Kleiner Klugscheißer-Hinweis: Die belgische Flagge enthält kein Gold, sondern Gelb. Nicht dass der belgische Nationalstolz aufgrund der Wortwahl in diesem (ansonsten super geschriebenem) Beitrag angegriffen wird 😉
Ich freue mich schon auf Baiersbronn und hoffe auf gute französische Beteiligung!